Rabatte bei der Deutschen Bahn

Die 8 besten Tricks, um günstige Bahn-Tickets zu ergattern

Probe-Bahncard, Rabatt-Coupons, Gutscheine - Bei der Deutschen Bahn jagt jetzt ein Sonderangebot das nächste. Wir zeigen, wie Sie alle Rabatte optimal nutzen

Guter RatZug-Tickets:

Bei der Deutschen Bahn gibt es jetzt viele Rabatte und Sonderangebote

12.12.2035

 

Müsste die Kanzlerin Bahn fahren, würde sie es so ausdrücken: Eine Fahrkarte zum Vollpreis, das geht gar nicht. Und das, obwohl sie es sich leisten könnte. Genauso geht es vielen, denen es ebenfalls nicht an Geld fehlt. Weil die Bahn-Preise vordergründig zu teuer erscheinen, setzen sie sich lieber selbst ans Steuer, bevor sie für 142 Euro im ICE von Berlin nach München fahren (zu zweit das Doppelte: 284 Euro).

 

Was also tun, fragt sich die Deutsche Bahn seit Jahren.Ihre Antwort sind Sonderangebote, die sich immer weiter hochschaukeln. Unter dem zusätzlichen neuen Preisdruck durch die Fernbusse haben sie 2015 einen nie dagewesenen Stand erreicht.

Durch die unzähligen, oft miteinander kombinierbaren Rabatte ist Bahnfahren mittlerweile ein allgemein erschwingliches Vergnügen. Das Geheimnis der hohen Vergünstigungen ist die Marketingstrategie der Bahn: Sie will möglichst viele, ganz unterschiedliche Kundengruppen erreichen. Konkret sieht das so aus: Die 142 Euro für die Fahrt im Intercity-Express lassen sich auf vielfältige Art drücken. Insgesamt sind wir auf acht verschiedene Preise gekommen (s. u.). Und das sind noch nicht mal alle, die in der Praxis vorkommen.

 

Im Schlaraffenland der Rabatte

Am Ende konnten wir den Fahrpreis auf ganze 45 Euro senken. Das sind 68 Prozent Rabatt – ein woanders kaum vorstellbarer Preisnachlass. Zum Vergleich: Wenn wir in unserer branchenübergreifenden Heftrubrik »Preisbarometer« mal ein Schnäppchen mit 30 Prozent Ersparnis verkünden können, ist das bereits ein außergewöhnliches Ereignis.

Aus kaufmännischer Sicht scheint klar: Die Normalpreise der Bahn sind zu   hoch, aber die Rabatte sind es ebenso.

Aus Verbrauchersicht kann Ihnen das schnuppe sein. Wir haben das komplizierte Geflecht  der Bahn-Rabatte für Sie entwirrt und stellen acht Tricks vor, mit denen Sie zur maximalen Ersparnis kommen.

Wichtig ist dabei, dass Sie auch die untere Preisgrenze kennen. Sonst könnte es passieren, dass Sie ein scheinbar verlockendes Sonderangebot annehmen, obwohl ein regulärer Preis noch günstiger wäre. Mit regulär meinen wir hier den sogenannten Sparpreis. Ihn bietet die Bahn in begrenzter Stückzahl je Zug an, mit einer Staffelung in 1- oder 5-Euro-Schritten nach oben.

Solche Sparpreise gibt es für Strecken bis 250 Kilometer ab 19 Euro. Mit der Bahncard 25 lässt sich das noch um 25 Prozent drücken, macht 14,25 Euro. Dies ist der absolute Einstiegspreis für Reisen mit dem ICE oder IC. Für längere Verbindungen, somit auch für unsere Strecke Berlin–München, beginnen die Sparpreise bei 29 Euro, mit der Bahncard 25 dann 21,75 Euro.

Diese beiden Preise sollten Sie im Hinterkopf haben, wenn Sie mit unseren Spartricks operieren. Alle weiteren uns bekannten Rabattaktionen setzen nämlich immer einen Fahrkartenmindestwert von 29 Euro oder 49 Euro oder 59 Euro usw. voraus. Wenn Sie diesen mit sehr günstigen Sparpreisen nicht überschreiten, können Sie auf alle weiteren Tricks verzichten.

 

Die Kunst, Rabatte zu kombinieren 

Unsere Reise Berlin–München sollte jedoch Freitagnachmittag beginnen. Das macht die Bahn fast nie für 29 Euro – wegen des Andrangs der Wochenendpendler. Als Günstigstes fanden wir 106 Euro – wie gesagt, selbst das ist schon als Sparpreis ausgewiesen! Wir mussten deshalb alle Register ziehen. Und das ging so:

Zunächst haben wir uns in einer Tauschbörse im Internet einen kostenlosen Gutschein für eine Gratis-Bahncard besorgt (»Nutella-Trick«, Nr. 2), danach eine Verbindung für einen Europa-Sparpreis gesucht, der billiger ist als ein Inlands-Sparpreis (Trick Nr. 8). Unsere Fahrkarte geht von Berlin nach Österreich, natürlich steigen wir bereits in München aus –  das Ganze abzüglich 25 Prozent Bahncard-Rabatt (Nr. 1), versteht sich. Nun haben wir alles noch mit einem 15-Euro-Rabattgutschein (Nr. 3) verbilligt, ebenfalls für lau aus einer Tauschbörse besorgt. Wenn man’s weiß, ganz einfach, nicht wahr?


1 - Probe-Bahncard 

Für 19 Euro bietet die Bahn ihre drei Monate lang gültige Probe-Bahncard 25 an. Damit verbilligt sich eine Fahrkarte um 25 Prozent. Häufig lohnt sich die Probe-Bahncard sogar für eine einfache Fahrt, sofern sich der Preis dadurch um mehr als 19 Euro verringert. Die Probe-Bahncard lässt sich auch im Internet am Tag der Fahrt kaufen. Es genügt, sie als vorläufige Bahncard auszudrucken, damit sie bei der Kontrolle im Zug anerkannt wird.

Tipp:

Die Probe-Bahncard verlängert sich automatisch zu einer regulären Bahncard. Das lässt sich durch Kündigung mindestens sechs Wochen vor Ablauf der drei Monate vermeiden. Am besten erledigt man das gleich nach dem Kauf per E-Mail nach dem Einloggen auf Bahn.de. Erteilen Sie trotzdem keine Werbesperre, denn die Bahn macht Spezialangebote für eine vergünstigte Bahncard, um Kunden zurückzugewinnen. Achten Sie dazu auf das Kästchen zum Ankreuzen auf dem Antragsformular am Bahnschalter oder auf das Kästchen zum Anklicken in Ihrem Online-Zugang auf Bahn.de.


2 - Coupon-Aktionen im Einzelhandel

Der vergangene Sommer brachte mehrere tolle Rabattaktionen: Unter dem Deckel von Nutella-Gläsern steckten Gutscheine für eine kostenlose 1-Monat-Bahncard 25. Und in der Papphülle von Toffifee-Packungen fand sich ein 15-Euro-Rabattcode, der sich für alle Fahrkarten ab 59 Euro anwenden ließ (wir hatten Guter Rat-Leser rechtzeitig informiert). Rankommen s ist dabei nicht mal nötig, sich selbst in den Laden zu bemühen: Auf Ebay werden solche Gutscheine für einen Euro plus Porto versteigert, und in Internetforen (ICE-treff.de, Mydealz.de) gibt es Gutscheinbörsen, in denen Coupons sogar kostenlos abgegeben werden.


3 - 15 Euro sparen mit dem Toffifee-Gutschein

Weil der Toffifee-Gutschein noch aktuell ist, beschreiben wir ihn noch mal im Einzelnen: Er ist bis Sonntag, 13. Dezember (Beginn des neuen Fahrplans), gültig. Toffifee kostet ab 1,49 Euro (Aktionspreise ab 77 Cent). Die Gutscheine gibt’s auch im Internet (Trick Nr. 2).

Vor dem Fahrkartenkauf müssen Sie den Code in der Verpackung im Internet aktivieren (Toffifee.de/deutschebahn). Falls Sie von Fremden den Code bekommen, lassen Sie sich nicht den schon aktivierten geben: Dieser ist gemäß Nutzungsbedingungen nicht übertragbar.

Extra-Trick:

Wenn die Hin- und Rückfahrt zusammen relativ teuer ist, können Sie auch einzelne Fahrkarten kaufen und somit zwei Gutscheine einsetzen. Wenn zwei Personen zusammen fahren, lassen sich zwei Gutscheine einsetzen und somit insgesamt 30 Euro je Richtung sparen, maximal also 60 Euro für hin und zurück mit vier Gutscheinen. Falls Sie günstige Sparpreise finden und gar nicht auf die 59 Euro Mindestwert kommen, lohnt es sich in Ausnahmefällen, für drei Personen zu buchen, aber nur zu zweit zu fahren.


4 - Bahn-Bonuspunkte sammeln und verschenken

Auf den erwähnten Gutscheinbörsen (Trick Nr. 2) werden die Coupons aus den Lebensmittelpackungen sogar verschenkt. Aber unter der Bedingung, dass Sie beim Buchen die Bahn-Bonusnummer des anderen angeben. Dieser bekommt dann je Eurowert Ihrer Fahrkarte einen Punkt.

Diese Punkte nutzt der andere wieder zum Sparen. Im Idealfall sammelt er 2 000 Punkte für eine »Freifahrt Flex« und versteigert diese auf Ebay (bringt etwa 130 Euro). Ob das eine »gewerbsmäßige Weitergabe« und damit nach den Nutzungsbedingungen untersagt ist, liegt in einer Grauzone. Viele nutzen solchermaßen gesammelte Punkte auch, um ihren Bahn-Comfort-Status zu erhalten (= Sitzplatz-Garantie ohne Reservierung).


5 - E-Coupons und Gutscheine im hausBriefkasten

Des Öfteren verschickt die Deutsche Bahn Rabattcoupons, etwa nach dem Muster »10 Euro Ermäßigung bei mindestens 49 Euro Fahrkartenwert«: Manche kommen per E-Mail, manche per Post, manche erhalten Sie am Bahn-Schalter, nachdem Sie eine Fahrkarte gekauft haben. Verzichten Sie deshalb auf das Werbeverbot (beschrieben unter Trick Nr. 1).


6 - zwei Teil-Fahrkarten für eine Strecke

Manchmal sind zwei Teilstrecken zusammen billiger als die Gesamtstrecke. Wir können das beispielhaft für Berlin–München belegen. Der Sparpreis für die volle Strecke hätte 78,25 Euro gekostet. Durch Ausprobieren haben wir dann die Preise für jedes Teilstück ermittelt. Und siehe da: Wer sich für denselben Zug zwei Fahrkarten – eine bis Fulda und eine für den Rest – kauft, spart 5,25 Euro (7 Prozent). Das rauszukriegen war allerdings eine mühselige Arbeit.

Empfehlung:

Wenn Sie eine bestimmte Strecke öfter fahren, bereiten Sie am besten eine Tabelle mit den Haltebahnhöfen vor (ähnlich unserer, rechts), um sie später mit Preisen zu bestücken.


7 - Regionalverkehrs-Strecke um Fernverkehr erweitern 

Reine Regionalzugverbindungen sind oft vergleichsweise teuer, denn für sie gibt es leider keine Sparpreise. Sobald Sie aber an den Anfang ein kleines Stück in einem Fernzug (ICE, IC) hängen, lassen sich Sparpreise »erzwingen«. Dazu müssen Sie bei der Suche-Vorgabe (am besten im Internet) zunächst den Anfangs- oder Endpunkt auf einen Fernbahnhof legen und dann noch einen Zwischenhalt in einem Fernbahnhof einbauen.

Beispielsweise, indem Sie vor die Strecke Berlin Hbf.–-Insel Usedom noch das Stück Berlin Südkreuz–Berlin Hbf. legen. Für diesen Zipfel wählen Sie als Zugart ICE oder IC (»Erweiterte Verkehrsmittelwahl«), und schon tauchen die Sparpreise auf. Eventuell müssen Sie noch zusätzlich eine Aufenthaltsdauer angeben, um zum richtigen Regionalzug zu gelangen. Den mitgebuchten Fernverkehrszipfel lassen Sie später verfallen. Falls Ihnen passende Bahnhöfe nicht geläufig sind: Wikipedia hat Listen mit allen ICE- und IC-Bahnhöfen.

Beispiel:

Von Berlin zur Insel Usedom fahren fast nur Regionalzüge, für 44 Euro. Indem wir für die Strecke Berlin-Südkreuz bis Hauptbahnhof nur ICEs zulassen, kriegen wir einen Sparpreis für 28,05 Euro (mit Bahncard 25 nur 21 Euro).


8 - Europa Spezial im ICE und sogar im Nachtzug

Das Beste kommt zum Schluss: Mitunter  ist eine Fahrt mit einer bestimmten Verbindung von A nach B als Inlandsfahrkarte teurer, als wenn Sie eine Fahrkarte von A zum Auslandsziel C, aber über den Inlandsbahnhof B kaufen. Beispiel: Wir wollen von Berlin nach München, kaufen aber eine Fahrkarte von einem polnischen Abfahrtsort nach München über Berlin. Ebenso kommt infrage, von Berlin nach Österreich über München zu fahren.

Auf diese Weise können Sie kuriose Fahrstrecken erzeugen, die manchmal auf der Landkarte spitzwinklig über einen scheinbaren Zwischenhalt führen, der in Wirklichkeit Ihr Start oder Ihr Ziel ist.

Gute Erfahrungen als Startort haben wir etwa mit Rzepin und Stettin in Polen gemacht, als Ziel eignen sich Salzburg, Innsbruck und Bregenz in Österreich sowie Kreuzlingen, Zürich und Bern in der Schweiz.

Auch im Schlafwagen hätten wir unsere Abfahrt auf den Abend gelegt, um den Nachtzug Berlin–München zu nehmen, wäre der Einstiegspreis 66,25 Euro gewesen. Indem wir einfach eine Weiterfahrt bis ins tschechische Pilsen ranhängten, kamen wir auf 27 Euro weniger – mit ein und demselben Zug.

 

 

Artikel von Gast verfasst
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