Schlaf' Kindlein schlaf'

Wie die Kleinen Ruhe finden

Wenn die Kleinen nicht ins Bett wollen, ärgern sich die Großen. Doch schon mit ein paar einfachen Tricks wird es für alle ein ruhiger Abend.

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Kindergartenkinder brauchen 11 bis 13 Stunden Schlaf, bei Grundschülern sind es immer noch 10 bis 11 Stunden 

So lieb man sein Kind hat, so tief atmet man durch, wenn es im Bett liegt. Öffnet sich die Kinderzimmertür aber wieder und wieder, wird das Schlafengehen zum Geduldsspiel. Wer dann nicht hartnäckig ist, riskiert morgens die nächste Diskussion, weil das müde Kind nicht aufstehen will. Da ausreichend Nachtruhe  Einfluss auf die Gesundheit hat, sollten Eltern konsequent sein.  

Plan. Auch Kinder haben heute einen festen Wochenplan: Kindergarten oder Schule und Freizeittermine geben den Takt vor. Eltern und Kind sollten gemeinsam Zubettgeh- und Aufstehzeiten festlegen. So weiß das Kind, wie lange es spielen kann. Und Eltern kürzen jede Diskussion mit dem Hinweis auf die Vereinbarung ab. Obwohl selbst Teenager noch rund neun Stunden Schlaf brauchen, ergab eine kanadische Studie, dass Jugendliche an Wochentagen nur sieben Stunden schlafen. Aus diesem Mangel können Verhaltensprobleme, Lernschwierigkeiten, selbst Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Übergewicht resultieren. 

Mittagsstunde. Für unter Dreijährige ist Mittagsschlaf Pflicht. Bei Älteren müssen die Eltern entscheiden, was den Kindern guttut. Kinder- und Jugendärztin Monika Niehaus ist überzeugt, dass Vorschulkinder tagsüber eine Pause brauchen. Mehr als 90 Minuten sollten es aber nicht sein. „Wird das Kind dann nicht allein wach, kann man es wecken.“

Fernsehen. Fernsehen, Computer und Handy gehören heute längst zur Lebenswelt von Kindern. Umso wichtiger ist es, geregelte Zeiten oder eine bestimmte Sendung zu vereinbaren. Spätestens 30 Minuten vor dem Schlafengehen sollten alle Geräte aus sein. So bleibt Zeit, das Gesehene zu verarbeiten und zur Ruhe zu kommen.     

Umgebung. Vor allem im Sommer, wenn es lange hell bleibt, finden Kinder in einem aufgeräumten Zimmer am besten Ruhe. Monika Niehaus: „Ist die Eisenbahn abfahrbereit, liegen Puppen herum, guckt sich das Kind wach und will weiterspielen.“ Die erfahrene Ärztin rät, Spielsachen wegzuräumen – und das Aufräumen in den abendlichen Ablauf zu integrieren.  

Ritual. Regelmäßigkeit und Rituale sind wichtig: Folgt nach dem Abendbrot eine Runde Toben, Zähneputzen und schließlich noch eine Geschichte, dann weiß das Kind, worauf das Programm hinausläuft. Das Problem: Traditionelle Familienmodelle werden seltener, Eltern arbeiten Gleitzeit, leben allein oder in einer Patchworkfamilie mit mehreren Kindern. Versuchen Sie, ein auf Ihre persönliche Situation zugeschnittenes Ritual zu entwickeln. Leben Geschwister im Haushalt, die viele Jahre trennen, rät Monika Niehaus, sie zu verschiedenen Zeiten ins Bett zu bringen. Auch wenn das Kind alt genug ist, sich allein bettfertig zu machen, sollten Eltern noch ans Bett gehen und Gute Nacht sagen.  

Ausreden. Geister unter dem Bett, Durst, Toilette - Kinder sind einfallsreich, um nicht schlafen zu müssen. Kinderärztin Niehaus: „Vermitteln Sie dem Kind, dass Sie da sind, bleiben Sie aber auch konsequent. Klären Sie das alles vor dem Schlafengehen, dann nehmen Sie Ihrem Kind den Wind aus den Segeln.“

Artikel von christiane.fenske verfasst
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