Gesundheit

Was tun gegen Schnarchen?

Schnarchen
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Endlich Schluss mit Schnarchen!

 

Wer die ganze Nacht "sägt", stört nicht nur den Partner, sondern riskiert möglicherweise auch seine Gesundheit

 

Es ist die Hölle: Nacht für Nacht wird nebenan im Bett geschnarcht, was das Zeug hält. Schubsen, piksen, Nase zuhalten - nichts hilft wirklich. Meist "sägen" sich Betroffene auch so richtig in Form: Intensive Schnarcher können eine Lautstärke von 90 Dezibel erreichen - das hört und fühlt sich dann so an, als liege man neben einem Lkw mit laufendem Motor. Dabei ist der Krach im Schlafzimmer kein reines Männerproblem: Auch etwa jede vierte Frau schnarcht zumindest ab und zu. Doch zum Glück gibt es Gegenmaßnahmen.

 

Alkohol nur in Maßen

 

Meistens schnarchen wir, weil die Muskelspannung im Rachen zu stark erschlafft. Das kann durch Alkohol, Medikamente (z. B. Schlafmittel) oder auch Übergewicht ausgelöst werden. Gerade Letzteres macht den Betroffenen Schwierigkeiten, denn überflüssiges Körpergewicht kann sich im Rachenraum anlagern und die Luftwege verengen. Außerdem sorgt zu viel Hüftgold dafür, dass man unruhiger atmet.

 

Manche Schnarcher haben aber auch eine verkrümmte Nasenscheidewand, die das Luftholen durch die Nase erschwert. Hier kann oft ein operativer Eingriff für Erleichterung sorgen.

 

Auf der Seite schlafen

 

Viele Menschen "sägen" nur, wenn sie auf dem Rücken liegen. Darum sollte man dafür sorgen, auf der Seite zu schlafen. Bewährter Trick: einfach einen Tennisball ins Rückenteil des Schlafanzugs nähen. Die komfortablere Alternative sind spezielle Seitenschläferkissen aus dem Sanitätsfachhandel.

 

Auch sogenannte Protrusionsschienen schaffen effektiv Abhilfe: Sie sehen aus wie eine Zahnspange und schieben den Unterkiefer beim Schlafen leicht nach vorn. Damit wird vermieden, dass die Zunge zurückfällt und die Atemwege einengt. Angepasst wird die Schiene von speziell ausgebildeten Zahnärzten. Adressen gibt es hier im Internet .

 

Bei leichten Schnarchproblemen haben sich auch spezielle Rachensprays bewährt (z. B. "Snoreeze Rachenspray", Apotheke). Sie befeuchten die Schleimhaut und geben ihr Spannung. Dadurch wird die Erschlaffung des Gewebes im Rachenbereich verhindert.

 

Gefährliche Atemaussetzer

 

Kritisch wird das Schnarchen, wenn eine sogenannte Schlafapnoe dahintersteckt. Dabei sind die Luftwege so stark verengt, dass die Atmung zeitweise aussetzt. Das führt nicht nur zu Dauermüdigkeit, sondern erhöht auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

 

Betroffene sollten sich daher unbedingt ärztlich behandeln lassen. Oft wird dann zunächst eine nächtliche Überdruckbeatmung mit einer Schlafmaske verordnet. In schweren Fällen kann aber auch eine Operation sinnvoll sein. Welche modernen Methoden es heute gibt, sehen Sie im Info-Kasten oben rechts.

 

 

Die neuen Mini-OPs

 

Neben den klassischen OPs, bei denen mit Skalpell oder Laser Gewebe im Gaumenbereich abgetragen wird, gibt es auch neue, vielversprechende Therapieformen. Die Kosten trägt in der Regel der Patient, eine Nachfrage bei der Kasse kann sich aber lohnen.

Zungenimplantat: Hierbei bringen Chirurgen unter Vollnarkose vier Implantate aus Silikon in den Zungengrund ein. So wird verhindert, dass die Zunge im Schlaf nach hinten fällt.

 

Radiofrequenz: Bei dieser Methode erzeugen hochdosierte Radiowellen künstliche Vernarbungen am Gaumensegel. Dies führt zu einer geringeren Schwingung des betroffenen Areals.

 

Zungen-Schrittmacher: Bei dem neuen Eingriff wird dem Patient ein 2 x 3 cm kleines Gerät unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt, das abends per Fernbedienung eingeschaltet werden kann. Bei jedem Atemholen sendet es einen elektrischen Impuls an die Zunge. Dadurch kann sie nicht mehr erschlaffen und die Atmung stören.

 

Snorelift. Damit das Gaumensegel nicht im Luftstrom flattert, wird bei diesem Verfahren ein Faden in das weiche Gewebe eingeführt. Durch Zugkraft auf den Faden strafft der Arzt das Gaumensegel. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.

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