Hausstauballergie

Wie eine neue Tabletten-Therapie helfen kann

Um Hausstauballergie zu behandeln, hatten Patienten bislang die Wahl zwischen Spritzen und Tropfen. Jetzt gibt es eine einfachere Tabletten-Therapie

Guter Rat

Die Hausstaubmilbe wird 0,1 bis 0,4 mm groß und ernährt sich von menschlichen Hautschuppen

18.12.2015

 

Mit Beginn der Heizperiode hat für rund fünf Millionen Deutsche die schwerste Zeit des Jahres angefangen. Hausstauballergiker leiden jetzt besonders heftig unter verstopfter oder laufender Nase, juckenden, tränenden Augen.

 

Ursache

Während der Sommermonate haben sich die Hausstaubmilben in der Wohnung vermehrt. Durch die trockene Heizungsluft stirbt jetzt ein Großteil der Spinnentiere ab. Sie trocknen aus und zerfallen. Dabei werden große Mengen Eiweiße aus den toten Körpern und dem Kot der Tiere freigesetzt und vermischen sich mit dem Hausstaub. Wird dieser aufgewirbelt, z. B. beim Staubsaugen, atmet man ihn ein. Bei Allergikern kommt es dann zu den genannten Beschwerden.


Verbreitung

Hausstaubmilben sind nahezu unsichtbar, harmlos und tummeln sich in jeder Wohnung. Sie ernähren sich bevorzugt von menschlichen Hautschuppen. Die finden sie vor allem in Polstermöbeln, Kissen, Betten und Teppichen. Tipp: Durch regelmäßiges Lüften das ganze Jahr über sinkt die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, Milben fühlen sich dann nicht mehr so wohl.


Vorbeugung

Bei vielen Hausstauballergikern reicht es schon, wenn sie die Anzahl der Milben in der Wohnung mit folgenden Maßnahmen ohne gro­ßen Aufwand reduzieren.


Verbreitung

Auf Polstermöbel weitgehend verzichten, besser sind Ledergarnituren. Auch die Anzahl an Teppichen, Kissen, schweren Vorhängen und offenen Bücherregalen sollte möglichst niedrig sein. Vorhandene Polstermöbel und Teppiche sollte man täglich gründlich absaugen, Gardinen alle sechs Monate reinigen, Böden feucht wischen. Für Matratzen gibt es spezielle Schoner, die milbenundurchlässig sind. Die Bettwäsche sollte jede Woche gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden.


Behandlung

Lassen die Beschwerden dadurch nicht nach, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt Allergiemedikamente einnehmen. Diese Mittel bekämpfen jedoch nur die Beschwerden, nicht aber die Ursache. Das schafft die spezifische Immuntherapie, früher auch als Hyposensibilisierung bezeichnet. Dabei werden die Allergieauslöser über eine gewisse Zeit in steigender Konzentration entweder unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge geträufelt. Jetzt wird die Behandlung einfacher. Voraussichtlich im Januar soll eine Tablette gegen Milbenallergie auf den Markt kommen, vergleichbar mit der Gräserpille gegen Heuschnupfen. Sie wird morgens vor dem Zähneputzen nüchtern unter die Zunge gelegt. Die Behandlung dauert mindes­tens drei Jahre.

 

 

Artikel von Gast verfasst
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