Tauschen, teilen, mieten

Alles haben, ohne zu kaufen

Ständig machen wir uns Gedanken über Neuanschaffungen, vergleichen Preise, binden uns an Produkte. Das ist unnötiger Stress. Die wahre Freiheit liegt im Teilen

Tauschgeschäfte sind so alt wie die Menschheit selbst – schon in der Steinzeit tauschten Dorfclans Salz gegen Feuerstein. In jüngster Zeit hat das Phänomen des Teilens, Leihens und Tauschens aber noch einmal ganz neue Dimensionen bekommen: Nie war es einfacher, Tauschpartner, Mieter und Vermieter zu finden, als in der Ära der Digitalisierung, über Internet und Apps.

Auswahl. Ob Tiere, Autos, Nahrung, Werkzeug, Wohnungen, Kleidung oder Musik – Menschen tauschen und teilen, was das Zeug hält. »Shareconomy«, also Wirtschaft des Teilens, nennen Trendforscher diese Entwicklung. Die Vorteile liegen auf der Hand, weiß Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW: »Neben einer riesigen Auswahl hat man so oft Zugriff auf deutlich höherwertigere Produkte, als man sich bei Kauf leisten könnte.« Zudem bedeutet weniger Besitz mehr Platz in der Wohnung, man produziert weniger Müll, spart viel Geld – oder verdient sogar etwas dazu, indem man seinen Besitz gegen Leihgebühren mit anderen teilt. Welche ungeahnten Möglichkeiten sich on- und offline bieten, erfahren Sie hier.

Fiskus. Zugleich wollen wir aber auch auf Fallstricke des Teilens, (Ver-)Mietens und Tauschens hinweisen. Machen Sie sich bewusst, dass bei allen Geldgeschäften immer auch an das Finanzamt gedacht werden will: Wer etwa regelmäßig entgeltlich sein Wohnmobil oder Fahrrad verleiht, muss alle Einnahmen oberhalb der Freigrenze von 255 Euro versteuern – vorausgesetzt, Sie liegen insgesamt über dem Grundfreibetrag von 8820 Euro im Jahr. Auch Einkünfte aus einer Wohnungsvermietung über Airbnb und Co. sollten stets in der Einkommensteuer­erklärung auftauchen.

Vorsicht. Und für jeden Deal gilt: Sichern Sie sich ab. Klären Sie mit Plattformbetreibern, welche Rechte und Pflichten Sie gegenüber Ihren Teil- und Tauschpartnern haben und worauf Sie sich im Schadensfall berufen können. »Vertrauen spielt bei Tauschprozessen eine große Rolle«, sagt Dr. Christian Wiencierz, Kommunikationswissenschaftler an der Uni Münster. Er empfiehlt, bei aller Lust am Tauschen eine gesunde Skepsis walten zu lassen, sich etwa Profile, Fotos und Bewertungen zu Partnern, Seiten und Produkten gut anzuschauen. Trotzdem erkennt Wiencierz riesiges Potenzial in der Shareconomy: »Auch etablierte Branchen werden sich auf einen Umbruch gefasst machen müssen, das sehen wir seit Jahren in der Musikindustrie. Der Trend zum Teilen ist nicht mehr aufzuhalten.«

Haushalt und Technik

1. Werkzeug

Etwa zweimal im Jahr ist ein Vertikutierer für Gartenfreunde überaus nützlich, den Rest seiner Tage verbringt der Entmooser meist unberührt im Schuppen. Platz, Geld und Nerven bei Auswahl und Umzügen spart, wer Werkzeuge und Gartengeräte einfach mietet: Über rentas.de finden Sie Baumärkte mit Verleih-Centern in Ihrer Nähe, die von A wie Alligatorsäge bis Z wie Zurrgurt jedes Wunschgerät bereitstellen. Eine weitere Mietplattform dieser Art ist erento.de. Oder fragen Sie direkt beim Baumarkt Ihres Vertrauens danach.

GUTER RAT: Eine kostenlose Alternative in unmittelbarer Umgebung: die Webseite nebenan.de mit zugehöriger App. Sie vernetzt Nachbarn miteinander, die sich gern gegenseitig helfen und bereitwillig mal Bohrmaschine und Co. verleihen.

2. Lebensmittel

Der Kühlschrank ist kurz vor dem Urlaub noch halb voll, oder von der letzten Feier sind jede Menge Köstlichkeiten übrig, die Sie allein nicht essen können? Statt alles wegzuschmeißen, kann man die Lebensmittel via Food­sharing auch mit anderen teilen – entweder man lässt den Essenskorb von Interessenten zu Hause abholen, oder man bringt die Sachen zu einem der öffentlichen Kühlschränke und Regale, den sogenannten Fair-Teilern (zu finden auf foodsharing.de/karte). Umgekehrt können natürlich auch Sie sich so kostenlos für die nächste Mahlzeit eindecken. Dafür muss man keinesfalls bedürftig sein – es geht den Gründern vor allem darum, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.

GUTER RAT: Nicht gratis, aber günstig und fertig zubereitet findet man Essen über die Apps Mealsaver und Too Good To Go: Sie zeigen an, welche nahe gelegenen Restaurants und Bäckereien übrig gebliebene Köstlichkeiten vom Tag zum Schnäppchenpreis an Abholer abgeben.

3. Möbel

»Ich brauche was, was du nicht brauchst« und umgekehrt ist das Prinzip von free-your-stuff.com/de und den dazugehörigen Facebook-Gruppen für jede große Stadt: Wer etwa umzieht und alte Möbel loswerden will, kann sie über diese Plattform ganz unkompliziert an Selbstabholer in der Nähe verschenken. Zugleich ist die Seite eine wahre Fundgrube für Flohmarktfans: Ob Dreirad, Sessel oder Grill, hier ist alles gratis.

GUTER RAT: Wer zu Hause besonders fix Tabula rasa machen will, stellt sein Zeug parallel auch noch in den Flohmarkt-Apps Shpock und Ebay Kleinanzeigen als »zu verschenken« ein.

4. Technik

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – in Sachen Haushaltsgeräte und Technik oft eine weise Entscheidung. Über die Mietplattformen ottonow.de und Grover kann man sich nun übergangsweise mit Elektronik, weißer Ware, Küchen- oder Fitnessgeräten eindecken. Lieferung, Abholung und Reparatur sind bei Ottonow im Mietpreis enthalten, bei Grover zahlt man für den Versand vier Euro. Entscheidet man sich später zum Kauf, rechnet Grover die gezahlte Miete zu 30 Prozent an. Mankos: Bei Otto beträgt die Mindestmietzeit drei Monate. Bei Grover nur einen, dafür ist die Miete von Anfang an höher.

GUTER RAT: Lohnt sich, um Produkte auszuprobieren oder zur Überbrückung zu nutzen. Ansonsten zu teuer.

5. Hunde

Ein geleaster Hund? Was sich erst mal wenig tierfreundlich anhört, kann durchaus im Sinne des Vierbeiners sein: Senioren etwa hätten viel Zeit, sich optimal um einen Hund zu kümmern, und profitieren sehr von Bellos Gesellschaft. Oft wollen sie sich dennoch kein Tier anschaffen, weil sie um dessen Zukunft fürchten für den Fall, dass sie pflegebedürftig werden oder gar sterben. Hier hilft die Agentur Bluebello aus: Um ihre Miethunde kann sich der Senior kümmern, solange es geht, und sobald es Probleme gibt, nimmt Inhaberin Katrin Rösemeier den Vierbeiner binnen 24 Stunden zurück.

GUTER RAT: Dogsharing ist aber auch eine Option für alle, die selbst zu wenig Platz oder Zeit für ein eigenes Tier haben, oder Hundehalter, die einen Sitter oder Mitbetreuer suchen. Auf dogsharing-deutschland.de finden sie zusammen.

6. Nutztiere

Wie lebt es sich eigentlich mit fünf glücklichen Hühnern im eigenen Garten, die jeden Tag frische Eier liefern? Dank Ralf-Wigand Usbecks Hühner-Leasing mieteeinhuhn.de kann das nun jeder ausprobieren: Für circa 70 Euro pro Woche (genauer Preis auf Anfrage) bringt Usbeck Hühner, Hütte, Futter, Streu und Tränke nach Hause – und holt alles auch wieder ab. Weitere Hühnervermieter aus ganz Deutschland finden sich auf seiner Homepage. Ebenfalls leasen kann man Bienenvölker über bee-rent.de, den Honig darf man gegen die Monatsmiete von ca. 170 Euro natürlich behalten. Ziegen lassen sich über die Webseite entenhoff.de leasen.

GUTER RAT: Sparen kann man mit diesen Mietmodellen nicht, dafür hat man aber Gewissheit um die Top-Qualität der Lebensmittel.

Freizeit und Familie

7. Jobs

Wer beruflich kürzertreten will, findet in klassischen Teilzeitjobs oft keine befriedigende Lösung – viele Vollzeitstellen würden eher Qualifika­tion und Wünschen entsprechen. Die Unternehmerinnen Anna Kaiser und Jana Tepe haben sich hierfür eine Lösung einfallen lassen: Auf ihrer Seite tandemploy.com vermitteln sie nicht nur Vollzeitjobs, die auf zwei Leute aufgeteilt werden können, sondern auch den perfekten Stellenpartner. So kann etwa einer der Angestellten drei Tage die Woche und insgesamt 30 Stunden arbeiten, der andere zwei Tage und 15 Stunden. Außerdem finden wöchentlich Meetings statt, in denen sich die Partner austauschen. Vorteile für den Arbeitgeber: Er hat zwei hoch motivierte Arbeitskräfte, die oft mehr schaffen als ein Angestellter, und zugleich die ideale Krankheits- und Urlaubsvertretung für den jeweils Ausfallenden parat.

GUTER RAT: Um sich gegen­seitig immer auf den neuesten Stand zu bringen, können Stellenpartner ­clevere Onlinewerkzeuge wie die Chatplattform Slack oder gemeinsame Google-Dokumente nutzen, die sich jederzeit von überallher abrufen und ­bearbeiten lassen.

8. Fähigkeiten

Sie können Gitarrespielen beibringen und Spanisch lehren, brauchen aber jemanden, der Ihren PC oder das Fahrrad repariert? Über die Plattform shareonbazaar.eu finden Sie Helfer für fast alles, was Sie (noch) nicht drauf­haben, und können Ihre Fähigkeiten zum Tausch anbieten.

GUTER RAT: Keine Sorge, nicht jeder muss besondere Talente mitbringen: Als Gegenleistung schlägt die Seite auch etwa Gartenarbeit, Brettspiele spielen, Hunde- oder Babysitting vor. 

9. Kinderkleidung

Kinder wachsen aus ihren Hosen und Pullis so schnell he­raus, dass man mit dem Kaufen kaum nachkommt – und binnen kurzer Zeit stapeln sich die zu klein gewordenen Sachen. Viel sinnvoller kleidet man den Nachwuchs über den Onlinedienst raeubersachen.de ein, der ökologische Kinderkleidung vermietet. Vom Babyhäubchen für 90 Cent pro Monat bis zur Winterjacke für knapp 15 Euro ist alles zu haben. Passen die Sachen nicht mehr, schickt man sie einfach zurück.

GUTER RAT: Am besten gleich für befreundete Eltern mitmieten – so kann man die Versandkosten von 4,90 Euro aufteilen. Die Rücksendekosten übernimmt der Anbieter Räubersachen.

10. Spielzeug

Heute ist die teure neue Puppe bei den Kids noch der Hit, drei Wochen später liegt das gute Stück schon wieder unbeachtet in der Ecke – Eltern, denen dieses Szenario bekannt vorkommt, könnte meinespielzeugkiste.de gefallen: Hierüber lassen sich Spielsachen mieten und, sobald sie nicht mehr spannend sind, zurückgeben. Für 19 Euro im Monat gibt es drei Teile – wer länger mietet, zahlt etwas weniger. Lego-Steine kann man auf bauduu.de leasen, speziell Babyspielzeug auf rentatoy.info.

GUTER RAT: Gekaufte Spielsachen wird man auf der Flohmarktseite mamikreisel.de los oder kann sie auf dietauschboerse.de mit anderen Eltern tauschen.

11. Bücher

Der Buchtausch ist eine gute Gelegenheit, um erst einmal in der analogen Welt am Tauschgeschehen mitzuwirken: In vielen deutschen Städten finden sich öffentliche Bücherboxen, etwa ausrangierte Telefonzellen, in die Regale eingesetzt wurden. Hier kann jeder Bücher abstellen, die er nicht mehr braucht, und unbegrenzt neuen Lesestoff herausholen. Im Wikipedia-Artikel »Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland« findet man den nächsten Standort. Online kann man Bücher über leih-ein-buch.de leasen, geliehene E-Books gibt es nach einem Flatratemodell ab 11,99 Euro im Monat auf skoobe.de.

GUTER RAT: Wer etwa nach ­einer Haushaltsauflösung Bücher im großen Stil abgeben will, kann sie auf einen Schlag bei karitativen Einrichtungen wie Oxfam, der Diakonie oder Caritas lassen oder über free-your-stuff.com/de bequem an Selbstabholer verschenken.

12. Acker

Der Traum vom eigenen Gemüsegarten, an den man nicht dauerhaft gebunden ist, kann über die Plattformen ackerhelden.de und meine-ernte.de nun auch für Stadtbewohner wahr werden. Das Prinzip: Bei Mietbeginn im Mai ist der Acker bereits bepflanzt und muss nun bis Saisonende nur noch gepflegt werden – heißt: Unkraut jäten, wässern und immer wieder ernten. Gartengeräte von der Schaufel bis zur Schubkarre stehen bereit. Die Er­träge darf der Nutzer gegen seine Pacht von 199 Euro für eine Saison (Meine Ernte) bzw. 299 Euro für ein Jahr (Ackerhelden, pflanzt nur Biogemüse) selbstverständlich behalten.

GUTER RAT: Nach Angaben von Ackerhelden beläuft sich der gesamte Gemüsewert aus einer Saison auf durchschnittlich 657 Euro – kümmern Sie sich zur Erntezeit also frühzeitig um Abnehmer, oder schaffen Sie eine große Tiefkühltruhe an.

13. Sportgeräte

Ähnlich wie schwere Werkzeuge gehören auch Sportgeräte wie Skier oder das Mountainbike zu den Dingen, die selten gebraucht werden, dafür aber zu Hause viel Platz wegnehmen. Dabei lassen sie sich auch bequem mieten, oft z. B. in größeren Sportgeschäften vor Ort (etwa sport-kramer.de in Sachsen oder sportrichter.de im Allgäu). Das heimische Fitnessstudio lässt sich mit Mietgeräten von fitnessgeraete-vermietung.de ausstatten, Tischtennisplatten und mehr gibt es auf miet24.de und die komplette Ausrüstung für die Wandertour auf outdoorverleih.com – das lohnt sich vor allem bei professionellen Schlafsäcken oder Isomatten, die gekauft ein kleines Vermögen kosten.

GUTER RAT: Vergessen Sie nicht, Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen und vorab zu klären, was passiert, falls etwas kaputtgeht.

14. Kunst & Musik

Sie sehen schon lange gegen das verblichene Poster von Van Goghs Sonnenblumen in Ihrem Wohnzimmer an, können sich aber nicht entscheiden, welches echte Gemälde ein passender Nachfolger wäre? Holen Sie sich Kunst auf Probe nach Haus: Auf dieartothek.de und allyoucanart.de können Sie Bilder einfach mieten. Die Artothek bietet schon Werke ab 3,50 Euro Monatsmiete an, All You Can Art für zehn Prozent des Verkaufspreises. Wollen Sie sich neben Kunst auch mehr Musik ins Haus holen, zweifeln aber am eigenen Durchhaltevermögen, starten Sie doch mit einem Leihinstrument von myinstruments.de oder leihinstrumente.de.

GUTER RAT: Klären Sie stets ab, ob sich die gezahlte Miete mit dem Kaufpreis verrechnen lässt, falls Sie Klavier oder Kunst behalten wollen.

15. Krimskrams

Für alle, die am Teilen vor allem den sozialen Austausch schätzen oder gern stöbern, bieten sich örtliche Tauschringe und -partys (zu finden hier) oder Umsonstläden (Verzeichnis auf umsonstladen.de) an.

GUTER RAT: Tipps für die eigene gelungene Tauschparty stehen hier.

Mobilität

16. Bahntickets

Mit den Ländertickets der Deutschen Bahn fährt man zum absoluten Schnäppchenpreis – wenn man denn die maximale Mitfahrerzahl voll ausnutzt. Während die DB Fahrgemeinschaften zwischen sich völlig fremden Reisenden früher zu verhindern versuchte, um dem privaten Weiterverkauf von Tickets vorzubeugen, fährt sie heute eine neue Taktik: Mit der DB Mitfahrer-App unterstützt sie ihre Kunden bei der Suche nach Mitreisenden nun sogar.

GUTER RAT: Über ticket-mitfahrer.de kann man auch Reisegefährten für andere Ticketformen finden.

17. Autos & Scooter

Carsharing boomt: Die Flotten der großen Anbieter DriveNow, Car2Go (Testsieger in Guter Rat 03/17) und Flinkster gehören in größeren
Orten längst zum Stadtbild. Vorteil: jederzeit ein Auto zur Verfügung haben und wieder loswerden – ohne hohe Kosten und weitere Verpflichtungen. Noch flexibler, weil die Parkplatzsuche entfällt, wird es für Nutzer der neueren Roller-Verleihsysteme. In Berlin drängen derzeit die Anbieter Coup und Emmy auf den Markt, in München und Köln Scoo.me, in Stuttgart Stella. Alle Unternehmen setzen auf umweltfreundliche E-Scooter.

GUTER RAT: Wer sein eigenes Auto vermieten möchte, kann dies über die Plattformen tamyca.de, drivy.de oder letscroove.com tun.

18. Taxi-Alternative

Taxis sind manchmal unverzichtbar, aber teuer. Nachdem der Anbieter Uber mit seinen Privattaxis vor deutschen Gerichten gescheitert ist, hat sich das Unternehmen Clever­Shuttle eine andere Lösung ausgedacht: Indem Fahrten für Kunden mit ähnlicher Strecke gebündelt, also mehrere Leute gleichzeitig in einem der Elektroautos befördert werden, kostet der Fahrdienst etwa 60 Prozent weniger als ein normales Taxi. Dabei haben alle Fahrer einen Personenbeförderungsschein. Bisher ist der Ridesharing-Dienst in Leipzig, Berlin und München nachmittags bis nachts verfügbar. Frankfurt a. M. und Hamburg sollen Mitte des Jahres dazukommen, später weitere deutsche Städte.

GUTER RAT: Ridesharing-Nutzer sollten sich auf kleine Umwege einstellen, also mehr Fahrzeit einplanen.

19. Fahrräder

Call a Bike, Stadtrad oder Nextbike – öffentliche Anbieter für Leihfahrräder gibt es in jeder größeren Stadt mittlerweile zuhauf. Wer aber einen zu weiten Weg zur nächsten Leihstation hat oder sich dort häufig über kaputte Räder ärgert, findet in den Plattformen de.listnride.com und upperbike.com eine Alter­native: Hier lassen sich Fahrräder von privat zu privat mieten und vermieten.

GUTER RAT: Neben klassischen Trekkingrädern finden sich über den Privatverleih auch spezielle Fahrradtypen wie Lasten- und Rennräder.

20. Wohnmobile

Ein neuer Wohnwagen will erst mal abbezahlt werden – dabei hilft, ihn zwischen den Einsätzen an andere Nutzer zu vermieten, anstatt ihn
monatelang im Leerstand zu parken. Über die Plattform shareacamper.de finden teilfreudige Reisemobilbesitzer und Mieter zueinander. Je nach Größe und Alter der Gefährte fallen zwischen 30 und 130 Euro pro Nacht an.

GUTER RAT: Ein Grund mehr für regelmäßige Vermietung: Wohnanhänger dürfen nicht länger als 14 Tage am Stück auf öffentlichen Parkplätzen stehen.

21. Parkplätze

Die Suche nach Abstellplätzen verleidet vielen Städtern das Autofahren. Über die App Ampido oder die Seite parkplace.de findet man schnell mietbare Privatparkplätze.

GUTER RAT: Wer einen Stellplatz selbst nur gemietet hat und nun untervermieten will, sollte dies zuvor unbedingt mit dem eigenen Vermieter abklären.

Urlaub und Wohnen

22. Tauschferienhaus

Warum ein teures Hotel buchen, wenn man ebenso gut für zwei Wochen sein Privathaus in Buxtehude gegen eines in Südfrankreich tauschen kann? So sparen beide Parteien die kompletten Unterkunftskosten, sie ­wohnen abseits der üblichen ­Touri­­zonen und brauchen sich um die Hege von Haus und Garten nicht zu sorgen. Im Idealfall können sie am Urlaubsort sogar Auto, Fahrrad und Monatskarten für öffentliche Verkehrsmittel des Wohntauschpartners nutzen. Die Plattform guesttoguest.de vernetzt kostenlos Nutzer aus 187 Ländern miteinander.

GUTER RAT: Wer mitmachen will, sollte neben einer Haftplicht- auch eine Hausratversicherung haben.

23. Gratisunterkunft

Die Möglichkeit, über die Plattform airbnb.de günstig in Privatunterkünften zu übernachten oder etwas zuzuverdienen, indem man seine Wohnung an Feriengäste untervermietet, ist den meisten inzwischen bekannt. Eine geldfreie Variante hiervon haben sich die Macher von nightswapping.com/de-de ausgedacht: Indem ein Nutzer Gäste bei sich aufnimmt, sammelt er über das sogenannte NightWallet Nächte, die er anschließend gegen kostenlose Übernachtungen bei anderen der über 250 000 Mitglieder eintauschen kann.

GUTER RAT: Praktisch: Durch dieses geldlose Verfahren kann man Gäste ohne jede rechtliche oder steuerliche Verpflichtung beherbergen.

24. Wohnungstausch

Wenn aus einem zusammenlebenden Paar zwei Singles werden oder sich Nachwuchs ankündigt, muss oft auch die Bleibe schrumpfen oder wachsen. Am bequemsten gelingt der Wohnungswechsel, wenn man sein Heim einfach mit anderen Umbruchbetroffenen tauschen kann. Auf tauschwohnung.com kommen beide Seiten zusammen – im Basispaket sogar gratis.

GUTER RAT: Bevor man Zeit und Energie in den Tausch steckt, erst klären, ob der Vermieter wirklich offen für Nachmietervorschläge ist.

25. Umzugskisten

Umzugskartons haben drei Nachteile: Sie sind teuer, sie gehen leicht kaputt und sie müssen später eingelagert oder weggeworfen werden. Clevere Alternative: die geliehene Turtlebox aus stabilem Kunststoff. Sie fasst 68 Liter, ist wetterfest, hält mindestens 40 Kilo aus und kostet im 20er-Set 29,80 Euro Miete pro Woche, mit Bring- und Abholservice 99 Euro. Bestellbar für alle größeren Städte auf turtle-box.de, in München auch bei Obi abholbar.

GUTER RAT: Wer bei Pappe bleiben will: Auf freundliche Nachfrage hin sammeln und verschenken auch viele Supermärkte ihre Warenkartons.

 

Erstellt am 19.07.17

Artikel von Wiebke Hugen verfasst
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