Staubsauger im Guter Rat Test

Das Ende des Wettrüstens

Leistungsstarke Staubsauger verschwinden bald aus dem Handel. Nicht alle sparsameren Modelle erledigen den Hausputz genauso gut.

Kaum sind alle Glühlampen gewechselt, da schlägt die EU-Kommission erneut zu. Seit 1. September dürfen nach der mehrstufigen Ökodesign-Richtlinie 20097125/EG nur noch Staubsauger mit weniger als 1 600 Watt Leistungsaufnahme verkauft werden. Der jährliche Energieverbrauch pro Staubsauger soll damit weniger als 62 Kilowattstunden (kWh)  betragen. Drei Jahre später tritt die zweite Stufe in Kraft. Dann müssen es sogar weniger als 900 Watt und ein Jahresverbrauch von unter 43 kWh sein. 

Guter Rat wollte wissen, ob die sparsameren Bodenstaubsauger den Hausputz schlechter erledigen als ihre wattstarken Vorgänger und hat sechs aktuelle Modelle zwischen 150 und 250 Euro getestet. Alle erfüllen laut Herstellerangabe die neue EU-Norm. 

Die Kernfrage lautet: Wie gut saugen die Geräte mit weniger als 1 600 Watt Leistungsaufnahme? Um das zu testen, wurden Teppich- und Laminatböden mit genormtem Staub bestreut, die die Kandidaten möglichst gründlich säubern mussten. Die Note fließt mit vierzig Prozent in die Gesamtnote ein. 

Saugleistung zu schwach 

Testsieger PerformerPro Eco von Philips schnitt zwar am besten ab. Allerdings nahm auch er vom Teppichboden nur 27 Prozent und vom Laminatboden 93 Prozent des verteilten Prüfstaubs auf und konnte deshalb in Sachen Saugleistung nur mit der Note 1,9 bewertet werden.

Der Hoover TTE 1406 nahm vom Laminatboden nur 47 Prozent und vom Teppichboden sogar nur 18 Prozent des verteilten Prüfstaubs auf und belegte mit der Note 3,7 den letzten Platz. Auf dem Laminat schob die Düse einen Teil des Staubs vor sich her, ohne ihn aufzusaugen. Insgesamt schnitt die Hälfte der getesteten Staubsauger schlechter ab als unser vier Jahre altes Referenzmodell von Miele mit 1 600 Watt Leistung.

Energieeffizienz Die im Test gemessene Leistung im Leerlauf liegt zwischen 810 und 1 410 Watt. Das sind mit Ausnahme des Hoover zwischen zehn und 200 Watt mehr, als die Hersteller für ihr Gerät angeben. Mit anderen Worten: Jetzt wird nicht mehr groß mit der Leistung geprotzt, sondern tiefgestapelt. Die neue Norm erfüllen dennoch alle Kandidaten. Der Philips ist sogar schon fit für die Stufe zwei der europäischen Ökodesign-Richtlinie. 

Aus der gemessenen Leistungsaufnahme und den aufgesaugten Staubmengen  ermittelten die Tester einen Kennwert. Der gibt die eingesetzte Wattleistung an, um ein Gramm Staub aufzusaugen. Auch hier schnitt Philips mit 59,6 W/g am besten und der Hoover mit 135,2 W/g am schlechtesten ab. 

Geräuschkulisse Kaum einen Grund zur Freude ergaben die Messungen des Lärmpegels, den die Bodenstaubsauger bei der Arbeit erzeugen. Besonders laut benahm sich dabei der Hoover mit heftigen 71 Dezibel. Und selbst AEG-Staubsauger Ultra One Eco, Bester in dieser Testrubrik, liegt mit 58 Dezibel noch weit über den Werten, die man zum Beispiel von einem Geschirrspüler (39 Dezibel) her gewohnt ist. Immerhin verlassen Hund und Katze beim AEG nicht mehr fluchtartig den Raum. Die Note für Energieeffizienz und Geräuschpegel fließt mit dreißig Prozent in die Gesamtnote ein. 

Handhabung Zur Beurteilung der Handhabung haben wir unter anderem die Ergonomie der Griffe und Schalter, den Staubbeutelwechsel, den Aus- und Einzug des Kabels, den Bewegungsradius, das Gewicht und das Umrüsten der Düsen bewertet. Für das LED-Licht des Thomas CrooSer gab es keine Extra-Punkte. Es sieht zwar spacig aus, hat aber kaum einen praktischen Nutzen. Punktabzug gab es zum Beispiel für den mit sechs Kilogramm leichtesten Kandidaten von Dirt Devil, weil sich hier die Klappe zum Wechseln des Staubbeutels nur sehr schwer öffnen ließ. Auch hielt die Bodendüse beim Herausnehmen nicht am Rohr, sondern blieb selbst bei wiederholten Versuchen im Parkschlitz stecken.    

Auch Verarbeitung muss stimmen

Beim Hoover ist die Parkhalterung der Bodendüse im Verlaufe des Tests sogar abgebrochen. Das deutet auf recht minderwertiges Gehäusematerial und auch auf eine schlechte Verarbeitung hin. Der Staubsauger von Miele liegt bei der Handhabung mit der Note 1,9 vorn. Am schlechtesten schnitt der Dirt Devil mit einer 2,9 ab. Die Note geht mit dreißig Prozent in die Gesamtwertung ein. Alle Ergebnisse finden Sie hier. 

Fazit Ziel der neuen EU-Norm soll ja die Senkung des Energieverbrauchs sein. Bei drei von sechs Testkandidaten wird die niedrigere Leistungsaufnahme allerdings auch mit weniger Saugleistung bezahlt. Das heißt: Der Staubsauger ist länger oder häufiger in Betrieb, um beim Hausputz das gleiche Ergebnis zu erreichen. Bei allem Zweifel an der neuen Norm, hier müssen einige Hersteller nacharbeiten!     

Artikel von Gunnar.Doebberthin verfasst
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